^nach oben

Hundeschule Bruck

Hunde verstehen und sanft korrigieren

Ernährungsberatung

Hundephysiotherapie

Tierarztpraxis

Über den Maulkorb

 

 

Bei vielen Hundefreunden erweckt der Anblick eines Hundes mit Maulkorb Mitleid und Widerwillen gegen den Menschen, der mit dem Hund unterwegs ist. Auch ich sehe dieses Hilfsmittel nicht als erstrebenswerte Dauerlösung, eine gute Erziehung oder Konditionierung ist bei gefährlichen Hunden sicher vorzuziehen. Die Auswahl des richtigen Maulkorbs ist schwierig, die Gewöhnung dauert und sollte in kleinen Schritten erfolgen. Allerdings sind auch die Funktionen eines Maulkorbs vielfältiger als man meint. 

 

 

 

  • Zuerst der allgemein bekannte Verwendungszweck, der Beißvorfälle sowohl gegen andere Tiere und natürlich auch gegen Menschen zu verhindern. Passiert so etwas öfter kann man gezwungen werden den Hund abzugeben oder Töten zu lassen. Von rechtlichen Konsequenzen und Kosten ganz abgesehen. Das enge Führen an der Leine und das schwere Ziehen, wenn der Hund auf etwas losgehen will sind weder für Mensch und Hund angenehm.
  • Ein Hund, der sich nicht davon abhalten lässt, alles lecker Riechende zu verzehren, das er unterwegs findet, geht ein hohes Risiko ein einem Giftanschlag zum Opfer zu fallen. Leider gibt es einfach zu viele Geistesgestörte, denen nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wird.
  • Bei tierärztlichen Untersuchungen kann durch einen Maulkorb oft auf die gesundheitsschädliche Anästhesie verzichtet werden.
  • Musste der Hund operiert werden oder hat sich eine Verletzung zugezogen verhindert der Maulkorb das Anknappern oder ständige Schlecken an der versorgtem Stelle. Ist also ein Ersatz für die steifen Halskrausen
  • In manchen Gegenden in Deutschland gibt es eine Maulkorbpflicht in Fußgängerzonen, bei öffentlichen Veranstaltungen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei der Deutschen Bahn gilt das bundesweit. Auch bei Gondeln und Schiffen trifft das häufig zu.
    Bei Urlaubsreisen nach Österreich und Italien kann das Vorzeigen und Anlegen eines Maulkorbs verlangt werden. In Wien sind die Regeln sehr streng.
  • Bei Hunden mit einer Vorgeschichte was Beissen und Kämpfen betrifft. Hier ist es auch ein Vorteil dass Menschen Hunden mit Maulkorb aus dem Weg gehen, damit meine ich sich nicht über den Hund beugen und versuchen dem Hund auf den Kopf klopfen und Warnungen ignorieren.
  • Der Idee neu adoptierten Tierschutzhunden aus Sicherheitsgründen einen Maulkorb anzulegen, stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Wie unten ausgeführt sollten Hunde langsam und schrittweise an den Maulkorb gewöhnt werden. Benutzt man Zwang und geht zu hastig vor ist es mit der Akzeptanz vorbei. Also wenn das Tierheim noch keinen Gewöhnung vorgenommen hat und den Maulkorb nicht empfielt, erstmal die Finger davon lassen. Sollten Sie nicht sicher sein, was der neue Wunschhund  in verschiedenen Situationen für ein Verhalten zeigen wird, holen sie sich Expertenhilfe.
  • Ebenfalls problematisch ist eine Maulkorbpflicht für bestimmte Rassen. Dahinter steckt meiner Ansicht ein bedenkliche Einstellung der zuständigen Stellen. Aber dazu gibt es später einen eigenen Artikel.
 

Beim Besorgen des Maulkorbs ist es wichtig auf genaue Passform und Bequemlichkeit zu achten. Er sollte die Sinne so wenig wie möglich behindern, keine Schmerzen zufügen und das Hecheln muss uneingeschränkt die Körpertemperatur regeln. Eine gute Anleitung findet sich hier. Nur wenn diese Kriterien erfüllt sind, ist es möglich den Hund an den Maulkorb zu gewöhnen. 

Die Gewöhnung des Hundes sollte langsam und in kleinen Schritten erfolgen, keinesfalls mit Gewalt vorgehen,oder den Maulkorb aufstecken. Das ruft Stress und Ablehnung hervor.  Den Maulkorb gründlich reinigen und von Gerüchen befreien. Wenn man langsam und ruhig vorgeht, sollte es nie dazukommen dass der Hund versucht den Maulkorb  loszuwerden.

  • Den Maulkorb mit besonderen Leckerlis bestücken, seitlich halten und den Hund fressen lassen. Stark duftende Leckerli verwenden. Anfangs wird der Maulkorb nicht verschlossen, der Hund sollte den Maulkorb mit nichts unangenhmen verbinden. Auch das Halsband war einmal etwas ungewohntes für den Welpen und er versuchte das Ding los zu werden.
  • Wenn der Hund kommt um nachzusehen, ob er wieder etwas Leckeres in dem komischen Ding findet, kann man schon beginnen ein Kommando einzuführen, z.B  Korb oder Nase.
  • Die Futterstückchen werden immer weiter nach hinten geschoben, der Hund steckt seine Nase immer weiter hineinsteckt.. Dann kann man schon mal anfangen, weiteres Futter seitlich hineinzustecken, und langsame Rückwärtsbewegungen ausführen.
  • Das Futter wird gegeben, wenn der Hund die Nase länger im Maulkorb lässt. Die Zeit langsam ausdehen, bis circa 90 sec.Tip: Vorher das seitliche Zuführen ohne Hund üben. 
  • Den Maulkorb weiter festhalten und festschnallen. Geht im Sitzen besser als im Stehen. Nach kurzer Zeit wieder lösen und wegnehmen.
  • Der letzte Schritt ist es nun, den Maulkorb nicht mehr mit der Hand festzuhalten. Dabei ist es gut dem Hund keine Zeit zum Nachdenken zu geben, sondern sofort zu einem Spaziergang aufzubrechen und dabei Kommandos auszusprechen, die dem Hund Vergnügen bereiten.
Kommt ihnen das zu schwierig vor, können wir die Maulkorb Gewöhnung gern in die Unterrichtsstunden integrieren

 

Copyright © 2026. Albert Plank.
Hundeschule Bruck